Niederschwellige Elternarbeit in Schule und OGS

Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte aus Schule und OGS Thema: Wird das Verhalten von Kindern aus einer systemischen Perspektive betrachtet und als Zusammenspiel von unterschiedlichen bio-psycho-sozialen Faktoren verstanden, dann stellt die Zusammenarbeit mit den Eltern einen wesentlichen Bestandteil dar. In Forschung und Praxis besteht Konsens darüber, dass eine Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen der Kinder deren Entwicklungsmöglichkeiten verbessert. Dies gilt im besonderen Maße für Kinder, deren Verhalten als "herausfordernd" und "schwierig" empfunden wird. Elternarbeit ist als eine der wichtigsten Maßnahmen zur frühen Angst-, Sucht- und Gewaltprävention bei Kindern anerkannt. Vielfältige pädagogische Konzepte stehen anwendungsbereit zur Verfügung. Entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz eines jeglichen Präventionskonzeptes ist jedoch die aktivierte Bereitschaft der Eltern, pädagogische Impulse, Erziehungshilfen und Angebote zur Verhaltensänderung anzunehmen. Je nach der Lebenswelt der Eltern mit ihren milieu- und kulturspezifischen Ausprägungen findet sich ein unterschiedliches Verständnis von Bildung und der Notwendigkeit von Bildung, aber auch von Erziehungszielen und Erziehungsmethoden. Die Eltern in der "gesellschaftlichen Mitte", die ihre Kinder bewusst erziehen und intensiv fördern, stehen Eltern gegenüber, die die Erziehung ihrer Kinder scheinbar einfach " laufen" lassen. Diese Eltern sind oft überfordert, stellen niedrige Ansprüche an ihre Kinder, auch deshalb, weil andere Probleme im Vordergrund stehen: Finanzielle Probleme, Gesundheitsdefizite, psychische Erkrankungen, mangelnde Bildung, Sprachdefizite. Niederschwellige Elternarbeit orientiert sich inhaltlich, zeitlich und örtlich an den Lebenswelten der Familien. Der Abbau von Zukunftsängsten und Hemmschwellen sowie die Umsetzung von bedarfsgerechten und zielgruppenspezifischen Angeboten der Elternarbeit erfordert das Wahrnehmen, Verstehen und Wissen um den Alltag und die konkrete Lebenssituation einer Familie. Hierbei sind geschlechtsspezifische, unterschiedliche kulturelle und weltanschauliche Bedürfnisse der Eltern (und Kinder) zu berücksichtigen. In diesem Seminar geht es darum, unterschiedliche Kontaktbarrieren zwischen Schule und Elternhaus zu erkunden, Ziele von Elternarbeit zu bestimmen und Modelle einer niederschwelligen Elternarbeit in Schule und OGS zu erarbeiten. Für die Teilnehmer besteht die Möglichkeit, eigene Fälle einzubringen und lösungsorientiert zu bearbeiten.
Kursleitung:Walburga Halbrügge-Schneider, Qualifikation: Diplom-Pädagogin mit Zusatzausbildungen in (videogestützter) Entwicklungspsychologischer Beratung (EPB), Psychotraumatologie und Psychomotorik und Krankengymnastin mit dem Schwerpunkt Kinderheilkunde.
Kurs-Nr:W02550
Kursgebühr:180,00 € Einzel
Kurstermine:2 ab 15.09.2020 jeweils 09:00 - 16:30 Uhr
Di 15.09., Do 19.11.
Ort:Bildungszentrum Bürgerhof Schotthock